Schlauchmagen (sleeve gastrectonomy)

Beim Schlauchmagen handelt es sich um eine Magenverkleinerung. Hierbei wird der Magen laparoskopisch in seiner Längsausdehnung so verkleinert, dass nur noch ein kleiner Schlauch mit einem Volumen von ca. 150-200 ml übrig bleibt. Der Restmagen wird entfernt. Durch die Verkleinerung wirkt der Schlauchmagen restriktiv. Zusätzlich wird durch die Reduktion des Hungerhormons Ghrelin, das vor allem im Magenfundus produziert wird, ein deutlich reduziertes Hungergefühl erzeugt. Der Effekt lässt allerdings nach einem Jahr nach.
Der Schlauchmagen kommt in seltenen Fällen als alleiniges Verfahren bei einem BMI zwischen 40 und 55 kg/m2, auch als Alternative zum Magenband, in Betracht.

Statistisch ist mit einer Senkung des Übergewichts um 70 % innerhalb von 2 Jahren zu rechnen. Da der Schlauchmagen als alleiniges Verfahren erst seit kurzem eingesetzt wird, liegen noch keine Langzeiterfahrungen vor, so dass noch wenig über die Langzeitfunktion und den Langzeitgewichtsverlauf bekannt ist. Heute wird vermutet, dass mindestens 50 % der Patienten im Laufe der Zeit einen weiteren bariatrischen Eingriff (Magenbypass, Biliopankreatische Teilung) benötigen. Häufiger wird diese Operation als Ersteingriff bei extremer Super-Adipositas mit einem BMI über 60 kg/m2 empfohlen. Das Ziel ist es, nach der ersten Gewichtsreduktion und damit erfolgter Senkung des Operationsrisikos eine weitere effektivere Operation (Biliopankreatische Teilung oder Magenbypass) anzuschließen.Wie auch das Magenband oder der Magenballon kann der Schlauchmagen „überlistet“ werden, sodass er für „sweet eater“ und Patienten mit einer „binge eating“-Essstörung nicht geeignet ist.

 

Postoperativ kann es durch Diätfehler wieder zu einer Erweiterung des Schlauchs und damit zu einer erneuten Gewichtszunahme kommen. Im Vergleich zum Magenbypass oder der Biliopankreatischen Teilung wird keine grundlegende Änderung des Verdauungstraktes durchgeführt, daher ist in der Regel nicht mit Mangelerscheinungen zu rechnen. Auf Grund der stark erniedrigten Energiezufuhr ist eine Substitution von Vitaminen und Mineralstoffen, evtl. die Gabe von Vitamin B12 und Vitamin D sowie ein regelmäßiger Vitamin- und Mineralstoffstatus empfehlenswert.

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